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Die Entstehung eines grünen Klassenzimmers
Geschrieben von: R. Gumpp   
Samstag, den 01. Januar 2011 um 17:02 Uhr

Die Praxisklasse erstellte vor rund drei Jahren ein grünes Klassenzimmer, d. h. einen befestigten Platz mit Sitzgelegenheiten im Schulgarten. Um das Werk auch im Sommer für Unterrichtszwecke nutzen zu können, war ein Sonnenschutz nötig.

Der Ingenieurstudent für Bauwesen Tobias Liepert hatte den ehrgeizigen Plan, ein Sonnensegel mit folgenden Vorgaben zu errichten: Es sollte ganzjährig nutzbar sein, ästhetisch ansprechend gestaltet sein, eine lange Lebensdauer haben, im Wind nicht flattern und mit begrenztem finanziellen Aufwand herstellbar sein.

Im Rahmen eines Semesters mit Schwerpunkt Statik an der TU München erfolgten erste Planungen und Berechnungen, die anschließend durch das örtliche Ingenieurbüro Baumann überprüft und in Details konkretisiert wurden. Nachdem bei öffentlichen Bauwerken, dazu zählt dieses Sonnensegel, hohe Anforderungen bezüglich Sicherheit bestehen, war schnell klar, dass dieser Kraftakt nur mit Unterstützung von Sponsoren zu realisieren ist. Als erste erklärten sich die Lechstahlwerke sowie die SGL-Lehrwerkstätte zur Mitwirkung an dem Projekt bereit. Für die fünf, etwa zwei Meter tiefen Fundamente wurden rund 100 Tonnen Beton vergossen. Die fünf Meter hohen Tragrohre mit aufwändig geschweißten Edelstahlhalterungen und Spannmöglichkeiten wiegen je 300 kg und müssen einer maximale Zugkraft von 24 t standhalten. Beim Aufstellen dieser Rohre half die Meitinger Feuerwehr mit ihrer Drehleiter, da bei einem üblichen Bagger die Ausladung wegen begrenzter Anfahrtmöglichkeiten nicht in Frage kam. Mit dieser Drehleiter wurde auch die 60 m2 große Membran zwischen die Stützen gehoben und mit einem 40 Meter langen, daumendicken Edelstahlseil zwischen den Stützrohren gespannt, so dass sie jeder Windstärke trotzt. Am 13. Oktober 2010 konnte das Werk den Sponsoren vorgestellt werden.

Die Lechstahlwerke lieferten uns den Baustahl (abgelängt und nach Vorlage gebogen) für die Fundamente. Sämtliche Rohre, Bleche und Stäbe stellten uns die LSW zur Verfügung oder besorgten diese zu äußerst günstigen Konditionen und erledigten in ihren Werkstätten Teile der Schneid- und Schweißarbeiten, so dass andere Betriebe wie Metallbau Stapf und Edelstahl Rupprecht (beide Herbertshofen) sowie die SGL-Lehrwerkstätte weiterarbeiten konnten.

Die Mittelschule Meitingen ist nicht nur stolz auf das gelungene Werk und seinen Schöpfer Tobias Liepert, sondern auch auf die tolle Zusammenarbeit und Unterstützung durch örtliche Firmen.